Im Rahmen der Kreismitgliederversammlung am vergangenen Dienstag (29.09.2026) in Kornwestheim beschäftigten sich die Mitglieder der Grünen mit der anhaltenden Veränderungen der, durch den Weinbau geprägten, Kulturlandschaft.
Das mittlere Neckartal ist gesegnet mit einem durch den Weinbau in terrassierten Steillagen einzigartig geprägten Landschaftsbild – ein Alleinstellungsmerkmal für den Landkreis Ludwigsburg in ganz Europa. In einem sich zuspitzenden Prozess gerät das Kulturgut Steillage unter Druck.
Die Gründe für die Krise des Weinbaus sind vielfältig, wie in eine Podiumsdiskussion auf der Mitgliederversammlung zeigte. Als Expertinnen und Experten waren die Aufsichtsratsvorsitzende der Felsengartenkellerei, Heike Ruck, der Inhaber eines Weinguts, Siegfried Mayer sowie die beiden Weinhoheiten Anna Joos und Klaudia Laksa geladen. Alle vier machten klar: Die Veränderung ist in vollen Gange. Deshalb muss sich auch die Politik auf der lokalen Ebene mit der Frage beschäftigen: Was sind uns die Steillagen wert?
Auf den ersten Blick scheint das Problem paradox. Aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen und insbesondere einem angespannten Weinmarkt, wird am eigentlichen Produkt zu wenig verdient. Dabei liefern die Steillagen im Kreis perfekte Bedingungen, um dort hochwertige Weine zu produzieren. Für gute Produkte muss allerdings auch ein anständiger Preis bezahlt werden.

Dass der Landkreis Ludwigsburg im Premium-Segment mitspielen kann, haben zahlreiche Betriebe aus unserer Region bereits bewiesen. Handarbeit im Weinberg und Können beim Ausbau im Keller machen es möglich. Aus Sicht des Kreisverbands der Grünen muss das Motto daher lauten: Think global, drink local.
Besonders wichtig ist es aus der Sicht der Grünen, sich vor Ort mit der unwiederbringlichen Veränderung der Kulturlandschaft zu beschäftigen. Die Fläche wird immer kleiner, auf der Weinbau betrieben wird. Daher braucht es alternative Konzepte zur Nutzung. Ökologisch haben terrassierte Steillagen einen enormen Wert, den es zu erhalten gilt. Zugleich ist es erstrebenswert, Sichtlagen mit touristischem Mehrwert für den Weinbau zu erhalten. Wenn Weinbau-Flächen zusammenhängen, erleichtert das die Arbeit der Winzerinnen und Winzer.
In einem Antragstext sprechen die Grünen von einem „Zielbild für ein neues (ökologisches) Landschaftsbild“. Damit verbunden ist der Apell an die öffentliche Hand, mutig voranzugehen. Noch ist es nicht zu spät, ein Kulturgut in die Zukunft zu überführen.
Der gesamte Antragstext kann hier abgerufen werden: