Die Fraktion der Grünen im Ludwigsburger Kreistag war am vergangenen Donnerstag (01.10.2026) auf der Deponie Burghof in Vaihingen-Horrheim zu Besuch. Dabei schauten die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker auch auf die lange Geschichte des Standorts zurück.
Beim Fußmarsch über das Gelände, auf dem heute Abfälle aus Baustellen verfüllt werden, tritt, ist es kaum vorstellbar, dass zwischen 1976 und 2005 so ziemlich alles am Burghof verklappt wurde, was im Hausstand nicht mehr zu brauchen war. Lange war der Begriff Entsorgung gleichzusetzen mit der Idee „aus den Augen, aus dem Sinn“.
Das hat sich radikal geändert. Heute wirkt die Deponie aufgeräumt. Die Fachleute beschäftigen sich intensiv damit, welche Stoffe angeliefert werden und wie diese eventuell doch wieder in den Wertstoffkreislauf zurückkehren könnten.
Und dennoch bleibt die Deponie unverzichtbarer Teil des Gesamtsystems. Manche Stoffe müssen aus dem Kreislauf entfernt werden, um Mensch und Umwelt zu schützen. Dafür gibt es nur eine Lösung: Irgendwo sicher verwahren. Und das ist das Prinzip Deponie. In überwachter und abgeschlossener Umgebung Material abtrennen von der restlichen Welt. Das einzige Problem dabei: Das Material bleibt, wo es abgeladen wurde. Vermutlich für immer.

Auch deshalb ist der Burghof eine große Energiequelle. Aufgrund der im inneren der Deponie stattfindenden Gärungsprozesse, tritt Gas an die Oberfläche, welches aufgefangen und zu Energie umgewandelt wird. Dennoch betont der Betreiber AVL: Eine Deponie mit einer so langen Geschichte ist immer eine Black Box. Daher muss sich die Kommunalpolitik klar machen, dass jederzeit ein Ereignis vorkommen kann, welches dazu führt, dass mit viel Geld und schwerem Gerät nochmals aufgegraben oder repariert werden muss.
Bis dahin ist die Deponie auch eine gern gesehene Einnahmequelle. Bauherren zahlen ordentlich für Material, dass hier abgeladen wird. Als verantwortungsvoller Betreiber denkt die AVl dabei jedoch die Zukunft mit. Einnahmen, die heute erzielt werden, sollen in Zukunft genutzt werden können, wenn die Deponie nochmals Aufmerksamkeit erlangt.
Fraglich ist aktuell, bis wann es dem Regionalverband Stuttgart gelingt, einen neuen Deponiestandort zu finden. Mit der Aufgabe hat man sich zu lange nicht beschäftigt. Schließlich wird es auch in Zukunft ganz ohne Deponie nicht gehen.