Die Fraktion der Grünen im Ludwigsburger Kreistag hatte die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeiten des sogenannten „Mobilitätspasses“ genauer zu prüfen. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit einer kommunalen Abgabe, um den Nahverkehr zu finanzieren. Die Ergebnisse der Prüfung fallen allerdings ernüchternd aus.
Es ist kein Geheimnis, dass Kommunen und Landkreise aktuell jeden Cent umdrehen. Die Zeiten gefüllter Kassen sind aufgrund steigender Kosten und strauchelnder Wirtschaft vorbei. In der Folge tut sich die öffentliche Hand schwer, angestrebte Verbesserungen umzusetzen. Mehr Busfahrten und weitere Linien im Nahverkehr wird es daher wohl erstmal nicht geben.
Vor einiger Zeit hat das Land Baden-Württemberg ein Instrument eingeführt, welches den Kommunen die Erhebung einer Verkehrsabgabe ermöglicht. Ziel soll es sein, mit dem Geld das Angebot des ÖPNV zu verbessern. In der Theorie könnte jedem Einwohner eine monatliche Abgabe abverlangt werden. Wer den ÖPNV nutzt, bekommt die Zahlung beim Kauf seines Tickets wieder gutgeschrieben. Benutzen besonders viele Menschen Bus und Bahn, bleibt die Summe des Erlöses auf Seiten des Landkreises gering. Gleichzeitig steigen die Verwaltungskosten stark an. Wie genau sich Kosten und Nutzen verteilen, kann vor Einführung der Maßnahme niemand voraussagen.
In einigen Landkreisen im badischen Teil des Landes wird aktuell geprüft, wie die Abgabe im realen Leben etabliert werden kann und ob die Bürger die Maßnahme mittragen. Der Landkreis Ludwigsburg möchte zunächst abwarten, welche Erfahrungen dort gemacht werden.
Die Fraktion der Grünen sieht damit das Problem nicht gelöst: Nicht zuletzt die aktuelle Energiekrise und die steigenden Dieselpreise werden die Kosten für den ÖPNV in die Höhe treiben. Zeitgleich platzen die Busse auf einigen Linien aus allen Nähten. Eigentlich bräuchte es einen weiteren Ausbau des Angebots, wo die Nachfrage gegeben ist. Nur das Geld fehlt. Es ist zu hoffen, dass die künftige Führung des Verkehrsministeriums im Land neue Ideen zur Finanzierung des Nahverkehrs auf den Tisch legt.